Abstract:

Karin Hügel, Das Crossdressingverbot in Deuteronomium 22,5 im Rahmen queerer Lesarten".

Dass ein Mann in einer patriarchalen Gesellschaftsordnung seine männliche Vorrangstellung nicht verlieren soll, indem er sich nicht wie eine gewöhnliche Frau anzieht, ist eine plausible Interpretation des biblischen Crossdressingverbots unter dem Postulat eines hierarchischen Geschlechterverhältnisses zu Ungunsten von Frauen. Vom Wunsch eines Manns, Frauenkleider zum eigenen Lustgewinn oder zwecks Erweckung von Begierden anderer Männer tragen zu wollen, ist in Deuteronomium 22,5 jedoch nicht die Rede. Eine Frau sollte möglicherweise nicht die Waffen eines Manns tragen, sodass sie nicht den Rang eines männlichen Kriegers einnimmt. Der babylonische Talmud Nazir 59a und Raschi verbieten Crossdressing an sich nicht. Weder der Bibelvers Dtn 22,5 noch solche rabbinischen Auslegungen haben eine besondere Relevanz für heutige queere Personen.

  • Karin Hügel, "Das Crossdressingverbot in Deuteronomium 22,5 im Rahmen queerer Lesarten", in: Scandinavian Journal of the Old Testament, Band 40, Routledge Taylor & Francis Group, Abingdon, Oxon/London 2026, im Erscheinen.
  • ISSN: 0901-8328,
    eISSN: 1502-7244.

    Skizze Trefusis

    Violet Trefusis skizziert sich selbst, sich an die als Mann verkleidete Vita Sackville-West klammernd.

    Vgl. M. A. Leaska / J. Phillips, "Trunken von Deiner Schönheit". Violet Trefusis an Vita Sackville-West (Berlin: Limes, 1993), S. 382, Abb.

    Virginia Woolf

    In der Ausgabe der britischen illustrierten Wochenzeitschrift Sketch vom Feber 1910 ist Virginia Stephen, verheiratete Woolf, ganz links als Prinz Sanganya in orientalischer Phantasiekleidung mit angeklebtem Bart und bis zur Unkenntlichkeit schwarz geschminkt zusammen mit fünf Männern zu sehen. Beim Dreadnought-Streich wurde die Royal Navy ausgetrickst.

    Vgl. D. Jones, The Girl Prince: Virginia Woolf, Race and the Dreadnought Hoax (London: Hurst, 2023), Abb. 16.

    Solomon Schwur David und Jonatan

    Liebesschwur zwischen David und Jonathan (1 Sam 20,17)

    Der bekrönte David ist mit auffallend blonden Haaren, die bis auf den Boden reichen, und in bodenlangem Kleid gezeichnet.

    Simeon Solomon, David und Jonathan, 1854-1855, The Jewish Museum, London.

    Abstract: Adams's Androgynie

    Abstract: Überleben statt Sterben

    Abstract: Queere Lesarten jüdischer männlicher Prostitution in der Antike

    Abstract: Die Sünde Sodoms als Fremdenhass im Buch der Weisheit 19,13–17

    Abstract: Queere Auslegungen der Liebesgebote aus Levitikus

    Abstract: Jüdische gesetzliche Auslegungen zu weiblicher Homoerotik

    Abstract: Lesungen für Segnungsfeiern gleichgeschlechtlicher Paare, queer ausgelegt

    Abstract: König Davids Entblößung beim Tanz. Eine queere Lesart von 2 Samuel 6

    Abstract: Queere Aneignungen von David und Goliat. Künstlerische Selbstporträts als besiegte Knabenliebhaber

    Abstract: Eine queere Lesart von Kohelet 4,9-12

    Abstract: Queere Lesarten des Hohelieds

    Abstract: Eine queere Lektüre von Josef: Jüdische Interpretationen des schönen jungen Manns aus der Hebräischen Bibel

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